Nikotin

TABAK / NIKOTIN

Der Hauptwirkstoff im Tabak ist das Nikotin.
Im getrocknetem Zustand wird Tabak insbesondere geraucht, kann aber auch geschnupft oder gekaut werden. Dabei entfaltet er ganz verschiedene Wirkungen.
Tabak enthält zahlreiche giftige und oder krebserregende Begleitstoffe, die teilweise bei der Verbrennung entstehen. Z.B. Teer, Geschmacksstoffe, Kohlenmonoxid, Benzol, Cadmium, Nitrosamine, Cyanwasserstoff, Stickstoff, Blausäure u.a.

Wirkung
Die Wirkung des Tabakrauchens ist von der aktuellen Stimmungslage abhängig: ist diese eher erregt, beruhigt das Nikotin; ist die Stimmung niedergedrückt, wirkt es stimulierend. Die tatsächlich körperlich spürbare Wirkung nimmt allerdings bei zunehmender Abhängigkeit rapide ab.
Wichtiger als die Wirkung des Nikotins scheint das Rauchen selbst zu sein. Es wird als gesellig empfunden und ist eine Art Dauerbeschäftigung, die Sicherheit geben kann: Man hat etwas in der Hand und steht nicht untätig herum.
Hinzu kommen noch bestimmte Zuschreibungen, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden: Das « coole » Hantieren mit der Zigarette oder Pfeife, die Zigarette als Statussymbol, der « Geschmack von Freiheit und Abenteuer » etc. Sie beeinflussen die empfundene Wirkung des Rauchens wesentlich.

Kurzzeitnebenwirkungen:
Die direkten körperlichen Wirkungen, die vom Grad der Nikotingewöhnung abhängen, sind:

  • Abfallen der Hauttemperatur (nach dem Rauchen einer Zigarette durch das Zusammenziehen der Hautgefäße um 5-10 Grad)
  • Pulsbeschleunigung während des Rauchens
  • das Geschmacksempfinden läßt nach
  • Schwindelgefühle (meist bei Erst- oder Wiederkonsum)
  • Abführende Wirkung.

Nikotin ist in seiner « Reinform » in moderater Dosierung nicht krebserregend oder gesundheitsschädlich- in stetiger Kombination mit seinen Begleitstoffen (s.o.) ist es jedoch eines der stärksten pflanzlichen Zell- bzw. Nervengifte!

Abhängigkeit
Regelmäßiger Tabak-Konsum führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu psychischer und körperlicher Abhängigkeit. Tabak- bzw Nikotin-Abhängigkeit ist von allen Süchten mit am schwersten heilbar.
Bei Entzug kann es zu Depressionen, Angstgefühlen, Schlaflosigkeit und Gewichtszunahme kommen. Einige Entzugssymptome halten noch sehr lange nach Absetzen der Droge an.

Risiken
Problematisch beim Rauchen ist, Untersuchungen zufolge, der häufige, suchtmäßige Gebrauch. Dieser wird jedoch häufig von Kosumierenden erst sehr spät gemerkt – die Gewöhnung an den Nikotingenuß erfolgt oft schleichend: das Aufrechterhalten eines leicht nervösen Pegels einerseits (der subjektiv als größere Wachheit und Konzentration erlebt wird) und eine leichte Dämpfung der Unruhe, die der gestreßte Alltag mit sich bringen kann, andererseits werden schnell zur Selbstverständlichkeit und im Rahmen des Rauchrituals zum Alltagsbestandteil.
Mit der schleichenden Gewöhnung kommt es allerdings zu ebensolchen Gefährdungen, die zu enormen gesundheitlichen Schädigungen mit lebensbedrohlichen Folgen werden können:

  • Ständige Sauerstoffknappheit für Herz und Hirn
  • Verlangsamung der Reaktionen
  • Durchblutungsstörungen
  • Schleichende « Vergiftung » des Körpers durch Nikotin, Teer u.a. im Tabak enthaltene Schwermetalle, was zu Sauerstoffmangel im Blut führt
  • Förderung von Bronchitis und Herabsetzung der Lungenfunktion.
  • Nikotin ist in hohen Dosen hochgradig giftig! Die tödliche Dosis von Nikotin liegt bei 50 mg.

Langzeitschäden
Die eigentlichen Gesundheitsschäden des Körpers entstehen durch die Begleitstoffe des Tabakrauchs – diese sind jedoch vom an sich relativ harmlosen (aber suchterzeugenden) Nikotin nicht zu trennen:

  • Leistungsabfall
  • Lungenkrebs und andere schwere Lungenerkrankungen
  • Krebserkrankungen im Mundraum, Kehlkopf, Speiseröhre, Risiko wird durch gleichzeitigen Alkoholkonsum noch verstärkt.
  • Verengungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) mit möglichen Folgen wie z.B. « Raucherbein » oder Impotenz.
  • Herz- und Kreislaufkrankheiten, die auch zum Tode führen können.
  • Chronische Bronchitis
  • « Raucherhusten » durch Belastung der Atemwege und der Lungenfunktion

Chronischer Nikotinkonsum kann den Verlauf verschiedener Krankheiten ungünstig beeinflussen.

Safer Use

  • Menschen mit einem Herzinfarkt oder mit einer Herz-/ Kreislaufschwäche sollten nicht rauchen – die Kohlenmonoxyd-Belastung durch`s Rauchen gefährdet bei diesen Menschen unmittelbar das Leben!
  • Auch Menschen mit Lungen- und Atembeschwerden (Asthma, chronische Bronchitis) sollten ihre Organe nicht zusätzlich durch Rauchen belasten
  • Während der Schwangerschaft sollte zum Wohle des Kindes nicht geraucht werden.
  • Der Mischkonsum von Medikamenten (z.B. Anti-Baby-Pille) und hohem Tabakkonsum kann zu schweren Durchblutungsstörungen führen – also lies, wenn du viel rauchst, vor dem zusätzlichen Konsum von Medikamenten immer den Beipackzettel!
  • Tabak unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz – Besitz, Erwerb und Handel sind nicht strafbar. Das bedeutet nicht, dass diese Substanz ungefährlich ist, und bedenkenlos konsumiert werden könnte!

Diese Regeln sollen nicht als Auforderung zum Tabakkonsum missverstanden werden.

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